Marktentwicklung in Österreich
Der Schienenverkehr leistet einen bedeutenden Beitrag zur österreichischen Volkswirtschaft.
Täglich nutzen zahlreiche Menschen den Nah- und Regionalverkehr für den Arbeits- oder Schulweg. Dank des hervorragend ausgebauten Schienennetzes sind Ballungsräume durch Fernverkehrszüge in kürzester Zeit erreichbar.
Auch im Schienengüterverkehr spielt Österreich eine zentrale Rolle. Täglich werden Hunderttausende Tonnen im Bahnnetz transportiert, um Industriestandorte mit wichtigen Rohstoffen zu versorgen. Die strategische Lage Österreichs bringt Bahnverbindungen mit zentralen europäischen Logistikzentren, wie den Häfen Hamburg, Rotterdam und Koper.
Sowohl im Personen- als auch im Güterverkehr erzielt der österreichische Schienenverkehrsmarkt konstant hohe Leistungen im europäischen Vergleich.
Wettbewerb im österreichischen Schienenverkehr
Während im Güterverkehrsbereich in Österreich reger Wettbewerb herrscht, findet dieser im Rahmen des eigenwirtschaftlichen Personenverkehrs de facto nur auf vereinzelten Strecken (Wien–Salzburg, Wien–Břeclav und Brennerkorridor) statt.
Neben der ÖBB-Personenverkehr (ÖBB-PV) ist die Westbahn seit Ende 2011 im eigenwirtschaftlichen Fernverkehr auf der Strecke Wien–Salzburg tätig (mit selektiven Streckenerweiterungen nach Innsbruck, München Bregenz, Stuttgart und Saalfelden).
Der Streckenabschnitt zwischen Wien und Salzburg ist der im Fernverkehr mit Abstand meistbefahrene.
Seit Dezember 2017 verkehren des Weiteren Züge des tschechischen Eisenbahnverkehrsunternehmens RegioJet zwischen Prag und Wien, ab Sommer 2020 vermehrt auch weiter nach Budapest. Anfangs wurden diese auf österreichischem Gebiet unter der Betriebsführung der Graz-Köflacher Bahn gefahren, danach hat die WESTbahn deren operativen Betrieb übernommen. Mittlerweile wickelt RegioJet die Verkehre mittels Österreich-Tochter selbst ab.
Im Nahverkehr gibt es auf dem Abschnitt Wien Mitte–Flughafen Wien mit der ÖBB-Personenverkehr und dem City Airport Train (CAT) ebenso zwei Anbieter.
Der gemeinwirtschaftliche Personenverkehr folgt dem Prinzip der Direktvergabe. Diese erfolgt an verschiedene, zumeist im regionalen Nahverkehr tätige Eisenbahnunternehmen, die untereinander nicht im Wettbewerb um Verkehrsdiensteverträge stehen.
Abgerundet wird das Angebot im Schienenpersonenverkehr durch Ausflugs-, Charter- und Nostalgiefahrten kleineren Umfangs, die u.a. von DPB Rail Infra Service, der NÖVOG oder den WLB (Wiener Lokalbahnen) durchgeführt wurden.
Internationalisierung
Der Eisenbahnbereich hat sich in den vergangenen Jahren zunehmend internationalisiert.
Das liegt zum einen daran, dass die Incumbents (staatliche Unternehmen) europaweit versuchen, ihre im Inland verlorenen Marktanteile auf ausländischen Märkten zurückzugewinnen. Zum anderen setzt sich der Trend fort, mehrere Länder durchquerende Züge durchgehend selbst zu führen, anstatt Kooperationen mit anderen Eisenbahnverkehrsunternehmen einzugehen.
Folglich erhöht sich auch am österreichischen Markt die Anzahl von Unternehmen mit Sitz im Ausland, während gleichzeitig die österreichischen Unternehmen ihre Aktivitäten auf ausländische Märkte ausweiteten.
Zu guter Letzt weiten auch immer mehr große europäische Reedereien oder Logistikunternehmen ihre Aktivitäten kontinuierlich auf den europäischen Schienengüterverkehrsmarkt aus, um so die gesamte Gütertransportkette aus einer Hand anbieten bzw. organisieren zu können.
Personenverkehr: Rekorde bei Personen- und Zugkilometern
Im Jahr 2024 setzte der Schienenpersonenverkehr seinen positiven Wachstumstrend fort: Die Zahl der Fahrgäste, die zurückgelegten Personen- und Zugkilometer erreichten neue Rekordwerte. Lediglich die durchschnittliche Fahrweite pro Reisendem sank leicht auf 42,9 Kilometer – ein Rückgang, der vor allem auf überdurchschnittliche Zuwächse im Nahverkehr zurückzuführen ist. Dennoch liegt dieser Wert weiterhin im europäischen Spitzenfeld.
Die Fahrgastentwicklung wurde maßgeblich durch Angebotsausweitungen, Taktverdichtungen und neue Verbindungen begünstigt. Besonders hervorzuheben sind die Inbetriebnahme des Kärntner Abschnitts der Koralmbahn sowie zusätzliche Angebote im Raum Wien. Auch im überregionalen Fernverkehr kam es zu einem Ausbau, etwa durch neue Verbindungen zwischen Linz und Graz, Wien und Villach sowie durch zusätzliche Nachtzugverbindungen und verlängerte WESTbahn-Relationen (z.B. nach Bregenz, St. Johann und Stuttgart). Insgesamt wurde damit ein Rekordniveau von 138,5 Millionen Personenzugkilometern erreicht. Die Fahrgastzahlen stiegen im Vergleich zum Vorjahr um sechs Prozent auf 348,7 Millionen. Die insgesamt zurückgelegten Personenkilometer beliefen sich auf 15 Milliarden.
Schienengüterverkehr: Stagnation im Jahr 2024
Im Schienengüterverkehr zeigen die Marktdaten, dass der Güterverkehrsmarkt sowohl bei den gefahrenen Netto- als auch Bruttotonnenkilometern Zuwächse im niedrigen einstelligen Bereich verzeichnet hat.
Nach einem deutlichen Rückgang im Jahr 2023 verzeichneten die beförderten Nettotonnen wieder einen leichten Anstieg. Marktführer blieb 2024 die Rail Cargo Austria mit einem Anteil von 57,3 Prozent an den Nettotonnenkilometern – ein Rückgang um 0,3 Prozentpunkte. Auf Rang zwei folgten private Bahnunternehmen (u.a. Ecco-Rail, Lokomotion, CargoServ) mit einem Gesamtanteil von 27,6 Prozent. Ecco-Rail erzielte mit 5,56 Prozent den höchsten Einzelanteil unter den nicht zum ÖBB-Konzern gehörenden Anbietern.
Der Marktanteil der Mitbewerber zur Rail Cargo Austria nahm generell zu. Auf den Haupttransitachsen (Westachse, Brenner) dominierten sie bereits den Schienengüterverkehr. Einerseits belebte der wachsende Wettbewerb den Markt, andererseits konnte die Leistungsfähigkeit des SGV im mehrjährigen Vergleich nicht gesteigert werden. Neben der konjunkturellen Situation haben auch baustellenbedingte Streckensperren und mangelnde Betriebsqualität (etwa Stellwerksstörungen, Weichenstörungen, etc.) den Güterverkehr 2024 ausgebremst. Internationale Baustellen (v.a. in Deutschland), Baustellen auf der Tauernbahn und der Westachse (Hochwasser) führten zu weitläufigen Umleitungen.
Fast ein Drittel der gesamten Güterverkehrsleistung wurde 2024 über kurzfristig bestellte Ad-hoc-Trassen erbracht – bei privaten Mitbewerbern sogar über 40 Prozent. Die Volatilität des Schienengüterverkehrs sowie dessen Bedarf nach Trassen außerhalb des Jahresfahrplans nahm zu. Es zeigt sich, dass der Schienengüterverkehr dringend adäquate Trassen statt langer Umleitungen und bessere Planbarkeit der Trassenführung – insbesondere im Zusammenhang mit Baustellen-Kommunikation, benötigt. Auch bei Streckenneubauten muss künftig mehr auf die Rolle des Güterverkehrs eingegangen werden.
Personenverkehr: Erneut Angebotsrekord
Der österreichische Schienenpersonenverkehrsmarkt war nach Jahren stetiger Aufwärtsentwicklung 2020 besonders stark von den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie betroffen. Zwar wurde damals beinahe durchgehend ein Grundangebot an Mobilität bereitgestellt, allerdings sank die Nachfrage zwischenzeitlich massiv. Seitdem haben sich alle Leistungsindikatoren durchwegs positiv entwickelt, wobei sie zwischen 2021 und 2022 besonders stark gewachsen sind. 2023 bilanzierte der Personenverkehr abermals sehr erfreulich.
So wurde das Angebot durch Ausweitungen und Taktverdichtungen bei bestehenden Verbindungen bzw. die Einführung neuer Relationen neuerlich umfangreich verbessert. Im Fernverkehr erweiterte die WESTbahn ihre Ende 2022 aufgenommenen Verkehre zwischen Salzburg und Innsbruck, wodurch sie seit September 2023 fünf Züge pro Tag und Richtung zwischen Wien und Tirol anbietet (einer davon wurde im Dezember 2023 bis nach Bregenz verlängert). Auch die ÖBB-Personenverkehr verstärkte ihre Fernverkehrsverbindungen zwischen den österreichischen Ballungszentren, führte Züge ins benachbarte Ausland wieder ein (z.B. zwei tägliche Zugpaare auf der Franz-Josefs-Bahn zwischen Wien und Prag via Gmünd) und weitete bestehende Nachtzugverbindungen aus (darunter bspw. den Nightjet München/Salzburg bzw. Wien – Mailand nach Genua und La Spezia).
Parallel dazu wurden verbesserte Anschlüsse zwischen Fern- und Regionalverkehr hergestellt und umsteigefreie Verbindungen in abgelegenere Regionen geschaffen. Im Nahverkehr gab es ebenso etliche Verbesserungen in fast allen Bundesländern, wobei hauptsächlich dichtere Zugintervalle und längere Betriebszeiten sowie zusätzliche Verkehre an Wochenenden umgesetzt wurden. Insgesamt sorgten alle diese Änderungen für ein Rekordangebot von über 132 Millionen Personenzugkilometern österreichweit (rund drei Prozent mehr gegenüber 2022).
Gleichzeitig hat sich auch die Nachfrage sehr gut entwickelt und befand sich ebenfalls auf einem Allzeithoch von 328,3 Mio Bahnreisenden. Der Zuwachs bei der Anzahl an Reisenden betrug mehr als elf Prozent . Das ist einerseits auf den wiederbelebten Fernverkehr und eine wesentliche Zunahme touristischer Bahnfahrten zurückzuführen, andererseits auf hohe Treibstoffpreise und die anhaltende Parkraumbewirtschaftung in Ballungsräumen. Verstärkt wurden diese Effekte durch das im Oktober 2021 eingeführte KlimaTicket, das sich nicht zuletzt aufgrund der oft deutlichen Preisdifferenz zu den regionalen Verbundtarifen entsprechender Beliebtheit erfreut. Ende 2023 waren laut Klimaschutzministerium bereits rund 272.000 Personen im Besitz einer bundesweit gültigen Variante dieses Tickets.
Schienengüterverkehr: Herausforderndes Marktumfeld
Die wirtschaftliche Lage hat sich 2023 im Vergleich zum Vorjahr verschlechtert, was sich in weiterer Folge auch auf die Hauptindikatoren des Schienengüterverkehrs ausgewirkt hat. Sowohl Verkehrsleistung (Nettotonnenkilometer, Bruttotonnenkilometer) als auch Aufkommen (beförderte Nettotonnen) sind mit minus fünf bzw. sechs Prozent jeweils im mittleren einstelligen Bereich zurückgegangen.
SIm Gegensatz zu den Vorjahren gab es nur wenige Beschränkungen im internationalen Warenverkehr, allerdings machte dem Schienengüterverkehr eine Vielzahl an anderen Faktoren zu schaffen. So gab es einerseits aufgrund sinkender Industrieproduktion einen konjunkturbedingten Rückgang der Transportnachfrage in Europa. Andererseits setzten sich die 2022 vom Krieg in der Ukraine ausgelösten Verwerfungen auf den Energiemärkten (massive Steigerung der Bahnstrompreise bei gleichzeitig deutlich günstigerer Entwicklung der Mineralölpreise) fort und wirkten sich gemeinsam mit dem hohen allgemeinen Preisniveau auf die Traktionskosten und somit die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen aus. Nicht zuletzt beeinflussten umfassende Infrastrukturarbeiten und baustellenbedingte Umleitungen sowie die teils mangelnde Betriebsqualität im benachbarten Ausland (vor allem in Deutschland) die Planung und Durchführung von Verkehren. Letztlich herrschte weiterhin Mangel an qualifiziertem Personal und ein europaweiter Engpass beim verfügbaren Rollmaterial (Triebfahrzeuge und Güterwagen). Aufgrund all dieser Umstände verstärkte sich 2023 der Verlagerungsdruck hin zur Straße.
Während die Rail Cargo Austria gegenüber dem Vorjahr rückläufige Werte meldete, verzeichnete die Gruppe der Mitbewerber Zuwächse. Dadurch konnten diese ihre Marktanteile bei allen drei Indikatoren weiter ausbauen und die 40-Prozent-Marke überspringen.
Personenverkehr
Aufgrund der Fahrgastzuwächse stiegen die zurückgelegten Personenkilometer um mehr als 50 Prozent.
Ausschlaggebend dafür war zum einen das Auslaufen von Maßnahmen gegen die COVID-19 Pandemie und die flächendeckende Rückkehr zur Präsenz am Arbeitsplatz bzw. in der Schule. Zeitgleich wurde zum anderen das Bahnangebot durch Erweiterungen im Fernverkehr, allgemeine Verdichtungen im Fahrplan und Verlängerungen der Betriebszeiten im Nahverkehr weiter ausgebaut. Hervorzuheben sind dabei etwa die Wiederaufnahme des Halbstundentaktes der WESTbahn zwischen Wien und Salzburg und dessen teilweise Verlängerung nach München bzw. Innsbruck sowie der Ausbau von Nachtzugverbindungen der ÖBB-Personenverkehr, etwa um die Relation Wien-München-Paris.
Schienengüterverkehr
Im Schienengüterverkehr zeigten die Marktdaten sowohl bei den gefahrenen Netto- und Bruttotonnenkilometern leichte Zuwachsraten von 1,4 bzw. 2,4 Prozent. Bei den beförderten Nettotonnen wurde 2022 hingegen ein leichter Rückgang um 0,8 Prozent verzeichnet. Den höchsten Marktanteil bei den Nettotonnenkilometern nach Unternehmensgruppen hält 2022 der ÖBB-Konzern (Rail Cargo Austria) mit 60,8 Prozent. Die zweitgrößte Gruppe stellten die Bahnen im Privateigentum (z.B. Lokomotion, CargoServ, Ecco-Rail, etc.) dar. Deren Marktanteil stieg in den letzten fünf Jahren von 14,3 auf 24,7 Prozent.
Personenverkehr
Aufgrund der Fahrgastzuwächse sind die zurückgelegten Personenkilometer um gut 15 Prozent gestiegen. Das Mobilitätsangebot war wegen der schrittweisen Rückkehr zum Regelfahrplan und dessen gezielter Ausweitung so groß wie noch nie. Der 2020 über längere Zeiträume punktuell ausgesetzte Fernverkehr hat um 18 Prozent zugelegt und als Konsequenz daraus erhöhte sich die durchschnittliche Fahrtweite 2021 leicht.
Schienengüterverkehr
Im Schienengüterverkehr gab es sowohl bei den gefahrenen Netto- und Bruttotonnenkilometern als auch bei den beförderten Nettotonnen Zuwachsraten im oberen einstelligen Bereich. Die Rail Cargo Austria sowie ihre Mitbewerber meldeten wieder höhere Werte ein, wobei die Zugewinne bei den Bahnen außerhalb des ÖBB-Konzerns größer waren. Dadurch steigerte sich deren Marktanteil bei allen drei Indikatoren um einige Prozentpunkte und betrug beim Aufkommen bereits beinahe 40 sowie bei der Verkehrsleistung jeweils rund 37 Prozent.
Personenverkehr
2020 waren die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auch im Eisenbahnsektor deutlich spürbar. Vor allem aufgrund der eklatanten Fahrgastrückgänge sanken die zurückgelegten Personenkilometer um gut 45 Prozent. Nachdem das Mobilitätsangebot großteils zumindest reduziert aufrechterhalten wurde, verringerten sich die angebotenen Zugkilometer mit etwa minus sechs Prozent vergleichsweise moderat. Insbesondere der Fernverkehr wurde jedoch über längere Zeiträume ausgesetzt. Als Konsequenz daraus verringerte sich die durchschnittliche Fahrtweite 2020 auf 38,6 Kilometer.
Schienengüterverkehr
Im Schienengüterverkehr gab es sowohl bei den Netto- und Bruttotonnenkilometern (minus sieben bzw. minus 7,4 Prozent) als auch bei den beförderten Nettotonnen (minus 7,4 Prozent) spürbare Rückgänge. Von der Rail Cargo Austria gemeldete rückläufige Werte konnten von den Mitbewerbern
in geringem Maß kompensiert werden. Dadurch steigerte sich deren Marktanteil bei allen drei Indikatoren weiter und betrug beim Aufkommen 36,7 Prozent sowie bei der Verkehrsleistung jeweils rund 33 Prozent.
Personenverkehr
Überwiegend aufgrund der Zuwächse im Nahverkehr stiegen die Anzahl der beförderten Personen und die zurückgelegten Personenkilometer nochmals an. Die jeweiligen Höchstwerte aus dem Jahr 2018 konnten dadurch noch einmal übertroffen werden. Als Konsequenz verringerte sich allerdings die durchschnittliche Fahrtweite von 2018 auf 2019 um knapp einen halben Kilometer auf 42,3 Kilometer.
Schienengüterverkehr
Absolut betrachtet gab es im Schienengüterverkehr sowohl bei den Netto- und Bruttotonnenkilometern (minus 2,3 bzw. minus 0,8 Prozent) als auch bei den beförderten Nettotonnen (minus 0,9 Prozent) Rückgänge. Von der Rail Cargo Austria gemeldete rückläufige Werte konnten von den Mitbewerbern zumeist annähernd kompensiert werden. Dadurch steigerte sich der Marktanteil der Mitbewerber bei allen drei Indikatoren weiter kräftig und betrug beim Aufkommen 36,4 Prozent sowie bei der Verkehrsleistung zwischen 30 und 32 Prozent.
Personenverkehr
Vor allem aufgrund des erweiterten Angebots im Nahverkehr fiel das Wachstum im Schienenpersonenverkehr 2018 wesentlichstärker aus als in den Vorjahren. Die Anzahl der beförderten
Personen sowie die zurückgelegten Personenkilometer wuchsen mit 6,6 bzw. 4,7 Prozent beträchtlich und mit in Summe 309,9 Millionen Fahrgästen wurde der bisherige Höchstwert (290,6 Millionen) übertroffen. Die durchschnittliche Fahrtweite verringerte sich gegenüber dem Vorjahr allerdings um
knapp einen Kilometer.
Schienengüterverkehr
Absolut betrachtet gab es im Schienengüterverkehr bei den Nettotonnenkilometern 2018 eine Erhöhung von 23,494 auf 23,734 Milliarden, womit der Rekordwert des Vorjahres abermals übertroffen wurde. Auch die Bruttotonnenkilometer stiegen von insgesamt 45,973 auf 46,639 Milliarden. Die Anzahl der beförderten Nettotonnen sank hingegen von 118,8 auf 117,9 Millionen. Die von der Rail Cargo Austria gemeldeten rückläufigen Werte konnten von den Mitbewerbern bei den Nettotonnen überwiegend, bei den Nettotonnenkilometern und Bruttotonnenkilometern zur Gänze kompensiert werden – dadurch steigerte sich ihr Marktanteil bei allen drei Indikatoren weiter kräftig und betrug 33,3 Prozent (Aufkommen) sowie 30,7 bzw. 28,9 Prozent (Verkehrsleistung).
Personenverkehr
Im Schienenpersonenverkehr zeigt sich nur ein leichtes Wachstum um jeweils 0,6 Prozent bei der Anzahl der Personen sowie bei den Personenkilometern. 2017 gab es nämlich keine markanten Änderungen im Verkehrsnetz oder beim Zugangebot. Mit 290,6 Millionen Fahrgästen wurde jedoch ein neuer Höchstwert erreicht und auch bei den Personenkilometern gab es mit 12,7 Milliarden im Jahr 2017 einen neuen Rekord.
Schienengüterverkehr
Der Schienengüterverkehr verzeichnete 2017 eine deutliche Aufwärtsentwicklung, sowohl beim Aufkommen (Nettotonnen) als auch bei der Verkehrsleistung (Nettotonnenkilometer, Bruttotonnenkilometer). Die Anzahl der beförderten Nettotonnen stieg von 114,9 auf 118,8 Millionen Tonnen an. Bei den Nettotonnenkilometern gab es eine Erhöhung von 22,812 auf 23,494 Milliarden, damit wurde der bisherige Rekordwert von 2010 übertroffen. Die Zuwächse wurden sowohl von den Mitbewerbern als auch von der Rail Cargo Austria (RCA) erzielt, wobei Erstere höhere Zuwachsraten erreichten. Dadurch stieg auch der Marktanteil der Mitbewerber auf 30,2 Prozent (Aufkommen) bzw. 26,9 Prozent (Verkehrsleistung).
Personenverkehr
Die im Dezember 2015 erfolgte Vollinbetriebnahme des Hauptbahnhofs Wien entfaltete ihre Wirkung im Jahr 2016. Das neue Betriebskonzept mit der Führung des gesamten Fernverkehrs zum Hauptbahnhof brachte verbesserte Umsteigerelationen zwischen den Fernverkehrszügen der Achsen Ostbahn/Westbahn und Nordbahn/Südbahn, eine direkte Anbindung des Flughafens Wien an den Hauptbahnhof im Halbstundentakt sowie verbesserte Umsteigemöglichkeiten zwischen Nah- und Fernverkehr. Insgesamt nutzten 288,8 Millionen Reisende das verbesserte Angebot.
Die ÖBB-Personenverkehr transportierte um 2,6 Prozent mehr Reisende, bei den Mitbewerbern stieg die Anzahl der Fahrgäste um 0,7 Prozent an. Die Personenkilometer stiegen um drei Prozent auf 12.579 Millionen Personenkilometer an.
Schienengüterverkehr
Im Jahr 2016 umfasste das österreichische Schienennetz insgesamt 5.611 Kilometer(2015: 5.654 Kilometer). Einige wenig genutzte Nebenbahnstrecken wurden eingestellt.
Im Schienengüterverkehr gab es 2016 ein leichtes Wachstum. Die Anzahl der beförderten Nettotonnen erhöhte sich um 1,9 Prozent auf 114,9 Millionen, die Verkehrsleistung wuchs um 1,1 Prozent auf 22.812 Millionen Nettotonnen. Wie schon in den vergangenen Jahren gingen Aufkommen und Verkehrsleistung bei der Rail Cargo Austria leicht zurück. Die Mitbewerber verzeichneten hingegen ein Wachstum von 9,6 Prozent (Aufkommen in Nettotonnen) bzw. 11,9 Prozent (Verkehrsleistung in Nettotonnenkilometer). Der Marktanteil der Mitbewerber erhöhte sich dadurch auf 29,1 Prozent (Aufkommen) bzw. 26,1 Prozent (Verkehrsleistung).