Marktbeobachtung: Rekord an Fahrgästen im Fernverkehr

Marktbeobachtung: Rekord an Fahrgästen im Fernverkehr im Netz der ÖBB Infrastruktur AG

Aus dem Bereich der Marktbeobachtung ist zu berichten, dass die ÖBB Personenverkehr AG vergangenen Sommer mit 12,2 Mio. Fahrgästen einen neuen Rekord „eingefahren“ hat. Der aktuelle Fahrplanwechsel bringt verlängerte Nachtzugverbindungen nach Genua und Stuttgart sowie zusätzliche Tagverbindungen auf der Süd- und Weststrecke.


ÖBB-Personenverkehr AG mit positiver Sommerbilanz

Die ÖBB-Personenverkehr AG bilanziert für den Sommer 2022 äußerst positiv: 12,2 Mio. Fahrgäste im Fernverkehr bedeuten selbst gegenüber dem bisherigen Rekordjahr 2019 einen Zuwachs von rund 18 Prozent. Bis 2030 ist zudem ein Kapazitätsausbau von rund 30 Prozent im Vergleich zu heuer geplant. Hinzu kommen mit Fahrplanwechsel am 11. Dezember beispielsweise verlängerte Nachtzugverbindungen nach Genua und Stuttgart, zusätzliche Tagverbindungen auf der Süd- und Weststrecke sowie Taktverdichtungen auf bestehenden Relationen wie der Vorortelinie in Wien oder zwischen Bischofs-hofen und Schladming.

Marktzahlen Q3/2022

Die Leistungsdaten der ÖBB-Infrastruktur zeigen für das dritte Quartal 2022 gegenüber jenem aus 2021 ein leichtes Plus von zwei Prozent bei der Güterverkehrsleistung (in Bruttotonnenkilometer). Damit wurde das Niveau von vor der Coronakrise erneut deutlich überschritten. Im Vergleich zum zweiten Quartal 2022 steht zwar ein Rückgang von fünf Prozent zu Buche, dieser ist allerdings mitunter der Saisonalität der Daten geschuldet.

Auch im Personenverkehr gab es Zuwächse: Vom dritten Quartal 2021 zum dritten Quartal 2022 waren es drei Prozent zusätzlich gefahrene Personenzugkilometer, im Vergleich zum zweiten Quartal 2022 stellt dies einen Rückgang von ca. einem Prozent dar. Aggregiert über die ersten drei Quartale hat die Anzahl der Personenzugfahrten im ÖBB-Netz 2022 einen historischen Höchststand erreicht.

Die Verkehrsleistung der Rail Cargo Austria ist gegenüber dem zweiten Quartal 2022 um vier Prozent zurückgegangen, gegenüber dem dritten Quartal 2021 um zwei Prozent. Momentan beträgt ihr Marktanteil etwas über 60 Prozent und damit über zwei Prozentpunkte weniger als in der Gesamtbetrachtung 2021.

Der Anteil des „klassischen“ Ganzzugverkehrs an der Verkehrsleistung des Gesamtgüterverkehrs beträgt derzeit 40 Prozent, zusammen mit dem Kombinierten Ladungsverkehr (UKV + RoLa) ergibt sich ein Anteil von mehr als 70 Prozent. Die restlichen 30 Prozent entfallen auf den abnehmenden Einzelwagenverkehr. Auffällig ist die anteilig starke Zunahme des Ganzzugverkehrs gegenüber dem Vorjahr.

 Sonstiges aus der Marktbeobachtung

 Die Bau Beton GmbH hat gemeinsam mit der ÖBB-Infrastruktur AG im November eine neue Anschlussbahn im Hafen Freudenau in Betrieb genommen. Über die Anlage sollen ab sofort jährlich bis zu 80.000 Tonnen Kies und Bindemittel auf der Schiene transportiert werden.

Die Bayerische Oberlandbahn (BOB) hat eine neue, bis 2025 gültige Sicherheitsbescheinigung für Österreich erhalten.

Die ÖBB Infrastruktur AG hat in Höflein ihr erstes Windrad für die Stromerzeugung im Bahnbereich in Betrieb genommen. Die Einspeisung erfolgt direkt in die Oberleitung, wodurch Züge direkt versorgt werden können. Es handelt sich bei der Anlage laut Angaben der ÖBB noch um einen Prototyp – weitere Windräder sollen folgen.

Das tschechische EVU RegioJet verkehrt mit Jahresfahrplanwechsel wieder dreimal täglich die temporär eingestellte Direktverbindung zwischen dem Flughafen Wien und Brünn.

Die EVU twentyone und Flixtrain sind aktuell nicht mehr dazu berechtigt, Trassen in Österreich zu bestellen und durchzuführen. Twentyone führte bis dato vereinzelt Leistungen im Personen- und Güterverkehr durch.

 

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